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25.08.2014

Caritas-Präsident Landau: Krisen machens notwendig!

Caritas-Präsident in "Kathpress"-Interview

Angesicht der Vielzahl internationaler Krisen appelliert die Caritas an die Österreichische Bundesregierung, den Auslandskatastrophenfonds deutlich aufzustocken. Ebenso müssten die Mittel der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) wesentlich erhöht werden, so Caritas-Präsident Michael Landau am Sonntag gegenüber "Kathpress". "Beides ist im Regierungsprogramm vorgesehen und muss besser heute als morgen umgesetzt werden."

 

Die Bemühungen des Außenministeriums

Mit der Aufstockung der Mittel könnte sich Österreich außerdem als "humanitäre Großmacht" positionieren. Das würde dem Land, so der Caritas-Präsident, eine außenpolitische Bedeutung weit über seine geographische Größe hinaus verleihen. Zurzeit seien aber die EZA-Ausgaben Österreichs "kein Ruhmesblatt" und würden die aktuellen Bemühungen von Außenminister Sebastian Kurz zur Beilegung der Ukraine-Krise konterkarieren, kritisierte Landau. Dieser werbe in einem 4-Punkte-Plan um die Neutralität der Ukraine und eine Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok.

 

Armut wird noch immer weitervererbt

Dass ein extrem ungleich verteilter Wohlstand das Wachstum der Volkswirtschaft dämpfe und letztlich der Wirtschaft extrem schade, war erst kürzlich eines der Ergebnisse einer viertägigen wissenschaftlichen Tagung, zu der sich Ende August zahlreiche Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee trafen. Und klar sei auch: "Wenn wir nichts gegen die Ungleichheit tun, verschärft sich das Problem weiter. Denn in der Regel wird Armut der nächsten Generation vererbt und damit bleiben Talente ungenutzt", zitierte der Caritas-Präsident den Nobelpreisträger Eric Maskin.

 

Jüngste Daten hätten gezeigt, so Landau, dass in den Schwellenländern die am schlechtesten ausgebildeten Arbeitskräfte nichts von der Globalisierung hätten, sondern lediglich die besser qualifizierten profitieren und sich so die Schere zwischen Arm und Reich in den Ländern immer weiter öffne.

 

Globaler Handel hilft nicht

Die in der Ökonomie ausgemachte Tatsache, globaler Handel würde die Ungleichheit in der Welt und in den am Handel beteiligten Ländern reduzieren, habe sich also nicht bewahrheitet, sagte der Caritas-Präsident und forderte: "die Armen müssen eine Chance bekommen, sonst wächst in den Ländern die Gefahr von sozialen Unruhen. Und genau dafür ist direkte Hilfe unerlässlich".