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06.05.2014

Inklusion: Selbstverständlich dazugehören

Arbeitsintegrationsprojekt „Allegro Plus“ der Lebenshilfe Österreich.

Inklusion – das ist die selbstverständliche Teilhabe aller Menschen, von Geburt an, an allen Lebensbereichen wie Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit. Inklusion – das bedeutet: Jeder Mensch darf so sein, wie er ist. Und alle profitieren davon.  Jeder Mensch ob mit oder ohne Beeinträchtigungen. Jeder soll dazugehören, teilhaben und selbst bestimmen. Inklusion – das ist ein Menschenrecht – verankert in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Doch bis zu einer durch und durch inklusiven Gesellschaft, ist es noch ein weiter Weg.

 

Öffentlichkeit für Inklusion sensibilisieren

Seit 1992 wird der 5. Mai auf europäischer Ebene als „Protesttag für die Gleichstellung behinderter Menschen" begangen. In Österreich läuft der Tag unter dem Namen „Inklusionstag". Initiator ist hier die Lebenshilfe Österreich. An diesem Tag möchte die Lebenshilfe darauf aufmerksam machen, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigung ganz selbstverständlich von Anfang an dazugehören.


In einer großen Aufklärungskampagne sensibilisiert die Lebenshilfe Wien bereits seit einiger Zeit gemeinsam mit Aegis Media Österreich zum Thema Inklusion.

 

Eindrucksstarke Plakate, Onlinewerbung, Printanzeigen und Hörfunkspots im Wiener Dialekt machen die Werte, die Inklusion ausmachen, sichtbar und hörbar – mit dem Ziel Inklusion greifbar und auch (er-)lebbar zu machen. „Dabei sei, dazua g'hern, mitmochn", sagt etwa Martin auf einem der Plakate. Menschen mit Beeinträchtigungen möchten am gesellschaftlichen Leben teilhaben, von Geburt an und selbstverständlich. In einer Schule für alle, am Arbeitsplatz, beim selbstständigen Wohnen und bei Freizeitaktivitäten. „Sei kenna, wie ma is, a, wenn ma onders is", sagt Manfred und macht damit auch darauf aufmerksam, dass unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse auch Menschen mit Behinderung auszeichnen. „Söba denkn, söba mochn, söba tuan", erklärt Sylvia den Begriff Selbstbestimmung, einen der Inklusionswerte. Sein Leben selbstbestimmt zu führen, bedeutet Kontrolle und Wahlmöglichkeiten über und für das eigene Leben zu haben und selbst für sich entscheiden zu können.


Ein ganz besonderes Projekt in Zusammenhang mit Inklusion bietet die Lebenshilfe Wien mit dem Arbeitsintegrationsprojekt „Allegro Plus". Seit rund eineinhalb Jahren werden bei diesem Projekt Klientinnen und Klienten der Lebenshilfe, auf das Arbeitsleben in Unternehmen vorbereitet. Das Besondere an Allegro plus, das in der Lebenshilfe Wien Werkstatt in der Nobilegasse im 15. Bezirk angesiedelt ist, ist die stufenweise Integration ins Arbeitsleben. Das zweieinhalbjährige Programm bietet ein individuelles Arbeitstraining mit dem Ziel, für Menschen mit Behinderung Arbeitsmöglichkeiten in Firmen zu schaffen – entsprechend ihrer Interessen, Fähigkeiten und zeitlicher Möglichkeiten.

 

Arbeitswelt, ich komme

Das Projekt soll Jugendliche und junge Erwachsene erreichen, die intellektuell und mehrfach beeinträchtigt sind und nach dem Wiener Chancengleichheitsgesetz die Bewilligung haben, eine Tagesstruktur in Anspruch zu nehmen, die  aber, wenn sie probieren wollen, stundenweise in der „freien Wirtschaft" zu arbeiten, zumindest in der Anfangsphase den Rückhalt einer Werkstatt brauchen.


Ein Team von drei Integrationsbegleiter/ innen bemüht sich, individuell passende und möglichst dauerhafte Arbeitsmöglichkeiten in Betrieben neben der Arbeit in der Tagesstruktur zu finden. Die Spanne der Arbeitsmöglichkeiten reicht dabei von zwei Wochenstunden Aushilfe mit Prämie bis zur Fixanstellung im Betrieb. Die Integrationsbegleiter/innen unterstützen die Klientinnen und Klienten dabei so viel wie nötig und so wenig wie möglich.


Einige Klientinnen und Klienten haben bereits erfolgreich in Betrieben „geschnuppert" oder machen Berufspraktika. So wie etwa Johanna Ortmayr, die derzeit bei der Medienfirma Aegis einfache Kopier- und Sortierarbeiten, Botendienste und kleine Schreibarbeiten am Computer macht. Für die Zukunft plant, sie auch die Arbeit in einem Schulbuffet kennenzulernen.