Unter dem Titel "Was ist da los?" stand am Dienstagnachmittag, 29. April 2014, eine Protestaktion der Katholischen Jugend Österreich (KJÖ) gemeinsam mit der FCG Jugend (Junge Christgewerkschafter) und der Österreichischen Kommission "Iustitia et Pax" vor dem Haus der Europäischen Union in Wien. Damit sollte auf die hohe Zahl jugendlicher Arbeitsloser in Österreich und der EU aufmerksam gemacht werden. Am Mittwoch, dem "Tag der Arbeitslosen", standen in allen Landeshauptstädten weitere Protestaktionen auf dem Programm.
In Österreich gibt es laut AMS zurzeit 75.000 jugendliche Arbeitslose zwischen 15 und 24, die weder einer beruflichen Tätigkeit nachgehen noch eine Ausbildung absolvieren.
"Jeder arbeitslose Jugendliche ist einer zu viel", so die Bildungsreferentin der Katholischen Jugend, Barbara Karner. Sie wies darauf hin, dass den Jugendlichen in erster Linie gute Bildung Chancen auf dem Arbeitsmarkt einräume. Leider zeigten jüngste Debatten über Einsparungen im Bildungssektor, dass die Prioritäten der Regierung nicht in diesem Bereich liegen. Karner forderte von der Politik verstärkte Maßnahmen, um Jugendlichen bessere Perspektiven zu geben.
Auch für den KJÖ-Vorsitzenden Matthias Kreuzriegler sind die Einsparungsbestrebungen im Bildungsbereich ein "vollkommen falsches Zeichen". Er forderte Berufsorientierung als eigenes Schulfach ab der 7. Schulstufe. Auch auf EU-Ebene müssten Gelder viel gezielter für Bildung eingesetzt werden. Länder wie Spanien, Portugal oder Italien mit einer Jugendarbeitslosigkeit von teilweise über 30 Prozent zeigten deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf auch auf europäischer Ebene sei, so Kreuzriegler.
Mit der Verteilaktion in Wien wollte die Katholische Jugend ebenfalls für das gesamtgesellschaftliche Thema Arbeitslosigkeit sensibilisieren. "Wir hoffen, dass die Leute zu der Erkenntnis kommen, dass Arbeitslosigkeit nie nur das Problem Einzelner sein kann, sondern ein Thema ist, dass Alle etwas angeht", sagt Judith Faber, ehrenamtliche Vorsitzende der KJ Wien. Weihbischof Franz Scharl hat sich an der Protestaktion beteiligt.
Die einzelnen Diözesanverbände der Katholischen Jugend haben für den Mittwoch in allen Landeshauptstädten zu verschiedenen Protestaktionen aufgerufen. So werden beispielsweise am Wiener Schwedenplatz "Arbeitsplätzchen" an Passanten auf dem Weg zur Arbeit verteilt. Unter dem Motto "Is' dir des wurscht?" verteilt die Katholische Jugend der Diözese Innsbruck gratis Würstel an Passanten. Jeder bekommt allerdings nur ein Viertel der Wurst. Damit soll verdeutlicht werden, dass am Arbeitsmarkt für benachteiligte Jugendliche nicht viel übrig bleibt.