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23.04.2014

Mehr Geld für die Hospizarbeit nötig

Landau: „Die Begleitung sterbender Menschen darf nicht von Spenden abhängen“

Es wäre heutzutage undenkbar, für die Behandlung einer gebrochenen Hand um Spenden bitten zu müssen. Für die menschenwürdige Begleitung Sterbender ist aber genau dies der Fall. Caritas-Präsident Michael Landau kritisiert diesen Mangel  scharf und fordert die Politik zur Finanzierung und zum Ausbau des bisher weitgehend ehrenamtlich getragenen Hospiz- und Palliativbereich auf.

 

Im Stich gelassen

Immer noch würden in Österreich Menschen am Ende ihres Lebens „im Stich gelassen“. Das gelte nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für Kinder, die von lebensbedrohlichen Krankheiten betroffen sind. „Noch immer ist die Hospiz- und Palliativversorgung – ob Zuhause, im Spital oder im Pflegewohnhaus – für längst nicht alle Menschen erreichbar, zugänglich und leistbar", verlangt Landau ein Ende der Säumigkeit. Für die anzustrebende „Hospiz- und Palliativkultur im ganzen Land“ sei erforderlich, dass entsprechende Angebote vollständig durch die öffentliche Hand finanziert werden. Der Caritas-Präsident spricht von einem „Ping-Pong-Spiel“ auf dem Rücken sterbender Menschen, bei dem Bund, Länder und Sozialversicherungsträger einander die Verantwortung zuschieben würden. „Das muss ein Ende haben!“, so Landau. Er fordert einen Rechtsanspruch auf Betreuung durch Hospiz- und Palliativeinrichtungen für alle Bürger und eine Klärung der Finanzierungszuständigkeiten. Konkret stellt die Caritas die Forderung, die Anzahl der Hospizbetten in Österreich von derzeit 83 auf 168 zu verdoppeln. Auch die Zahl der mobilen Dienste habe noch längst nicht das erforderliche Niveau erreicht.

 

Volle Integration

Herbert Watzke, Palliativmediziner am AKH und Präsident der österreichischen Palliativgesellschaft, fordert, die Erfahrungen der in der Sterbebegleitung tätigen Pflegenden und Ärzte stärker in Gesetzgebung, Gesundheitspolitik und auch in die öffentliche Debatte einfließen zu lassen. Hospizversorgung und Palliativmedizin dürfen kein Randbereich der Medizin sein, beides müssten voll in das Gesundheits- und Sozialsystem integriert werden, sagt Harald Retschitzegger, der ärztliche Leiter der Caritas.