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15.01.2014

Stephansdom Tourismusmagnet Nummer eins in Österreich

5,4 Millionen Menschen besuchten den Dom 2013.

Der Stephansdom bleibt der absolute Tourismusmagnet in Österreich: Rund 5,4 Millionen besuchten den Dom laut dem Kirchenmeisteramt von St. Stephan im Jahr 2013. 2012 waren es noch 5,2 Millionen gewesen. Das bedeutet, dass täglich durchschnittlich mehr als 14.000 Besucher in den Stephansdom strömen. Diese beeindruckenden Zahlen stehen seit der Installierung eines Besucherzählsystems auf gesicherter Basis.

 

Im Vergleich dazu eine am Montag, 13. Jänner 2014, veröffentlichte Statistik der "Österreichwerbung" - mit Daten aus dem Jahr 2012: Das Schloss Schönbrunn war Ziel von etwas mehr als 2,8 Millionen Besuchern, der Schönbrunner Tiergarten von 2,2 Millionen.

 

Jeder Besucher am Riesentor wird gezählt

Am Haupteingang des Stephansdoms - dem Riesentor - ist ein Zählsystem installiert, das ähnlich funktioniert wie die Zählanlagen in Bahn- oder Flughäfen, erklärte Joachim-Karl Seidl vom Kirchenmeisteramt. Gezählt werde jeder Besucher, der durch das Riesentor den Dom betritt. Vor dieser technischen Neuerung im September 2010 gab es nicht zuletzt wegen des kostenlosen Zutritts zum Dom nur vage Schätzungen.

 

Die Gottesdienstbesucher-Zahl im Stephansdom belaufe sich pro Jahr etwa auf 120.000, so Seidl weiter. Der Rest der Besucher komme vorwiegend aus touristischen Gründen und machen ihn somit zur Sehenswürdigkeit Nummer eins nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich.

 

Besuchermagneten Klöster und Kirchen

Die Basilika Mariazell scheint mit 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr in der "Österreichwerbung"-Statistik auf. Diese Zahl basiert, da es keinen Eintritt gibt, auf Schätzungen von steirischen Tourismus-Fachleuten, hieß es von Seiten der "Österreichwerbung". Das Stift Heiligenkreuz folgt mit rund 138.000, Stift Admont mit rund 90.000 und Stift Klosterneuburg mit rund 83.000 Besuchern jährlich.

 

Kirche und Tourismus vertragen sich

Eine christliche Kirche ist in erster Linie für Gottesdienst und Gebet da; verträgt sich das mit Massentourismus? Durchaus, meint Klaus Brenner, der Verantwortliche für die kircheneigenen Führungen im Stephansdom. Mit den Touristen mache die Dompfarre meist "gute Erfahrungen". Die Kirche sei zwar öffentlich zugänglich, aber manche Bereiche seien für jene abgetrennt, die in Ruhe beten wollen. Damit werde "sehr respektvoll umgegangen - auch von Leuten, die aus ganz anderen Kulturkreisen kommen", so Brenner.

 

Ganz selten komme es vor, dass Besucher Abfall im Dom hinterlassen oder gar auf die Idee kommen, sich durch Einritzungen in dem jahrhundertealten Gotzteshaus zu "verewigen". Nur ein einziges Mal in seiner langjährigen Tätigkeit habe es Brenner erlebt, dass ein Souvenirjäger im Kanzelbereich des Doms eine Fiale, ein steinernes Türmchen, abzubrechen versuchte.

 

Damit Derartiges möglichst nicht vorkommt, gibt es im Dom Aufsichtspersonal. Es schützt während der Gottesdienste den Raum für die Mitfeiernden und weist gegebenenfalls auf eine der Würde des Hauses nicht entsprechenden Kleidung hin. Wobei: Im Stephandom gibt es diesbezüglich auf Wunsch von Dompfarrer Toni Faber sehr "liberale" Richtlinien, wie Klaus Brenner hinwies. "Der Dom soll für alle offenstehen", und im Hochsommer sei luftige Kleidung nun einmal üblich. "Solange da nicht jemand im Unterleiberl oder in der Badehose hereinkommt, sind wir da sehr nachsichtig."