Die Kirche ist kein Selbstzweck, sie "steht nicht im Zentrum, sondern ist Zeichen und Werkzeug auf ein Zentrum hin. Kirche steht für die innigste Einheit mit Gott genauso, wie für die Einheit der ganzen Menschheit untereinander." Das betonte Erzbischof Lackner in der Predigt bei seiner Amtseinführung im Salzburger Dom am Sonntag, 12. Jänner 2014.
"Gott suchen bedeutet immer auch für die Menschen ganz da sein", so Lackner. Er sehe es als eine der vordringlichsten Aufgaben von Kirche in der gegenwärtigen Zeit, "Ort und Zeit zu ermöglichen, wo 'Gottes Freude unter den Menschen zu sein' gefeiert und erfahren werden kann".
Höhepunkt des festlichen Gottesdienstes war die Übergabe des Bischofsstabes durch Alterzbischof Alois Kothgasser an seinen Nachfolger. Mit dem Rupert- und Virgilstab wurde dazu vom neuen Erzbischof bewusst ein schlichter Hirtenstab ausgewählt.
Begleitet von Jungscharkindern, vom Apostolischen Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen und vom emeritierten Erzbischof Alois Kothgasser, traf Erzbischof Franz Lackner an der Vorhalle des Doms ein, wo er von Domdechant Hans Walter Vavrovsky und den Mitgliedern des Salzbuger Domkapitels begrüßt wurde. Die Domkapellknaben und -mädchen begrüßten den neuen Erzbischof mit einem Lied. Beim Einzug Lackners in den Dom intonierte das Franziskus-Ensemble den Sonnengesang des Heiligen Franziskus. Im Anschluss verlas Ordinariatskanzlerin Elisabeth Kandler-Mayr das päpstliche Ernennungsdekret.
In seinem Grußwort betonte Nuntius Zurbriggen die Aufgabe des neuen Erzbischofs, "die Freude des Evangeliums hinauszutragen", in die Erzdiözese Salzburg aber auch darüber hinaus.
Über 4.000 Gäste, 220 Bischöfe, Priester und Diakone, 100 Angehörige von Ritterorden und rund 70 Fahnenabordnungen sowie zahlreiche franziskanische Ordensleute waren gekommen. Angeführt von Kardinal Christoph Schönborn nahmen alle Mitglieder der Österreichischen Bischofskonferenz an der Amtseinführung teil. Aus München war unter anderem Kardinal Reinhard Marx nach Salzburg gekommen. Auch aus Irland, Polen, Slowenien und der Slowakei nahmen Bischöfe an der Feier teil. Die südkoreanische Partnerdiözese Daegu war ebenfalls mit einer Abordnung vertreten. Auch zahlreiche Äbte und Altbischöfe feierten gemeinsam mit dem neuen Erzbischof. Von Seiten der anderen christlichen Kirchen nahmen u.a. der evangelische Superintendent Olivier Dantine und der rumänisch-orthodoxe Erzpriester Dumitru Viezuianu an der Feier teil.
Die Politik war u.a. durch Vizekanzler Michael Spindelegger, die Landeshauptleute Wilfried Haslauer (Salzburg), Günther Platter (Tirol), Franz Voves (Steiermark) und Bundesminister Andrä Rupprechter vertreten.