Donnerstag 23. April 2026

Schnellsuche auf der Website

16.12.2013

"Lasst die Regierung arbeiten"

"Politiker-Bashing" sei nicht hilfreich, so der Kardinal, mahnt aber: "Grundfrage der Generationengerechtigkeit wurde zu wenig Beachtung geschenkt"

Kaum ist das neue Regierungsprogramm und -team präsentiert, hagelt es Kritik an Personal, mangelnder Konkretheit und eingeräumten Finanzierungsvorbehalten. In dieser Situation mahnt Kardinal Christoph Schönborn im  Gespräch mit "Kathpress" am 14. Dezember 2013 zur Besonnenheit: "Lasst die Regierung arbeiten!" Ein "Politiker-Bashing" sei "genauso müßig wie das Kirchen-Bashing", so der Wiener Erzbischof. Dies sei zwar "alles sehr beliebt, ist aber kein Zeichen der Mitverantwortung", die jede Bürgerin und jeder Bürger als Teil der Gesellschaft trage: "Wir tragen Mitverantwortung. Die Regierenden brauchen uns".

 

Bloß auf die Regierung zu schimpfen sei "das Einfachste, aber auch das Unfruchtbarste". Die Koalitionsparteien verdienten es, dass man ihnen "zumindest mit so viel Wohlwollen begegnet, dass man sie nicht von vornherein zu Versagern erklärt".

 

Generationengerechtigkeit muss aufgegriffen werden

Kritisch räumte Schönborn indes ein, dass dem Thema Generationengerechtigkeit im Regierungsübereinkommen zu wenig Platz eingeräumt werde. Seit der Regierung Schüssel habe "keine Regierung wirklich mutig und energisch diese Frage aufgeworfen". Dabei sei es dringend notwendig, das Thema Generationengerechtigkeit zu forcieren, "denn wo dieses nicht aufgegriffen wird, wird es noch heikler".