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11.12.2013

"Ohne Religionsfreiheit gibt es keinen Frieden"

Fackelzug durch die Wiener Innenstadt zeigte Solidarität mit verfolgten Christen in aller Welt

Mit einem Fackelzug durch die Wiener Innenstadt und einem Gottesdienst im Stephansdom haben am Dienstagabend, 10. Dezember 2013, rund 3.000 Teilnehmer gegen die Christenverfolgung in vielen Ländern der Welt und die Untätigkeit des Westens protestiert. Der "Fackelzug" wurde von der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" getragen. An der Spitze marschierten der Wiener Weihbischof Franz Scharl, der syrisch-orthodoxe Metropolit Mar Eustathios Matta Roham und der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin.

 

"Die Menschenrechte sind nicht teilbar, vor allem nicht das grundlegende Menschenrecht auf Religionsfreiheit", betonte der Generalsekretär der österreichischen Sektion von "Christian Solidarity International" (CSI), Elmar Kuhn. Er erinnerte daran, dass vor 65 Jahren - am 10. Mai 1948 - die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte proklamiert wurde. Trotzdem würden diese Menschenrechte ständig "mit Füßen getreten"; zum Beispiel in Ägypten, wo nach wie vor allwöchentlich minderjährige koptisch-christliche Mädchen entführt, vergewaltigt und zwangsislamisiert werden. "Ohne Religionsfreiheit gibt es keinen Frieden und keinen Wohlstand", betonte Kuhn, der für einen "Pakt mit moderaten Muslimen guten Willens" plädierte. Religionsfreiheit müsse "überall" - auch in Saudiarabien und anderen muslimisch dominierten Ländern - "voll und ganz lebbar sein", forderte der CSI-Generalsekretär.

 

Gebet für Verfolgter und Verfolger

Zum Abschluss des "Fackelzugs" fand im Stephansdom ein ökumenischer Gottesdienst statt. Pfarrer Gregor Jansen erinnerte dabei an die vielen Christen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Zugleich rief er zum Gebet für alle auf, "für die Verfolgten und für die Verfolger". Ebenso appellierte er an die "Verantwortungsträger", dass sie ihre Stimme für die Religionsfreiheit erheben. Im Verlauf des Gottesdienstes wurde vor allem für Ägypten, Irak und Syrien gebetet.

 

"Völkermord an den Christen"

Die aus der Türkei stammende syrisch-orthodoxe Nonne Hatune Dogan berichtete über ihre dramatischen Erfahrungen bei der Hilfe für christliche Mädchen im Irak und für christliche junge Soldaten in Syrien. Insgesamt könne man im "fruchtbaren Halbmond" von "Völkermord an den Christen" sprechen, so Schwester Hatune laut einer Presseaussendung der Stiftung "Pro Oriente". Sie appellierte an die Christen in Europa, ihre Stimme zu erheben, aber auch "materiell, moralisch und vor allem im Gebet" ihre christlichen Schwestern und Brüder im Nahen Osten zu unterstützen. Zugleich betonte die Nonne, dass ihre Hoffnung und ihr Gebet der Bekehrung der radikalen Islamisten gelte, damit sie "wie Saulus zu Paulus werden".

 

Lokalaugenschein in Nigeria

CSI-Generalsekretär Kuhn war wenige Stunden vor dem Fackelzug von einem Lokalaugenschein in Nigeria zurückgekommen. Dabei sei er, so Kuhn, mit dem Leid von Millionen christlicher Flüchtlingen aus dem Norden des Staates konfrontiert war, die von fanatischen Milizionären der islamistischen "Boko Haram"-Milizen aus ihren angestammten Heimatorten vertrieben wurden. Kuhn erinnerte daran, dass Nigeria ein Staat ist, in dem es 50 Prozent Christen und 50 Prozent Muslime gibt und dass die aus dem Ausland geförderten "Boko Haram"-Leute sich nur auf eine kleine Minderheit stützen können.