Aktiver Einsatz für Gerechtigkeit und gelingendes Leben in allen Dimensionen: Das ist heute wie vor 125 Jahren der Auftrag der Salvatorianerinnen, wie Mitglieder der Ordensleitung und Theologinnen bei einem Fest, am Freitag, 8. November 2013, zum 125. Jahrestag der Gründung des weltweiten Frauenordens im Provinzialat der Schwestern in Wien-Hütteldorf dargelegten. Das Jubiläum stand unter dem Motto "Frauen - berufen zu verkünden - gestern - heute - morgen".
Salvatorianerinnen setzen sich für allem für "Leben in Lebendigkeit, gerechte Strukturen und Lebensmöglichkeiten für alle sowie heilende Begegnungen in der Nachfolge Jesu" ein, beschrieb Provinzleiterin Schwester Brigitte Thalhammer den Grundauftrag der Gemeinschaft. Dessen 1.160 Mitglieder engagieren sich in weltweit 28 Ländern besonders für Unterricht, Krankenpflege, Kinder, Frauen in Notsituationen sowie in der Pastoral. Gegründet wurden die Salvatorianerinnen 1888 von Pater Johann Baptist Jordan und Therese von Wüllenweber. Der deutsche Priester wollte Frauen unbedingt in den von ihm gegründeten Orden der Salvatorianerbrüder und -patres direkt und aktiv miteinbeziehen, "was ihm jedoch nicht erlaubt wurde", wie Thalhammer darlegte.
Die ungleiche Güterverteilung in der Welt sei eine "direkte Anfrage an unseren Lebensstil", erklärte die aus Oberösterreich stammende Generalleiterin des Ordens in Rom, Sr. Edith Bramberger. Sie forderte eine neue Kultur der Solidarität, die sich vom "Ich oder dem kleinen Wir" zugunsten eines universalen Blickes verabschiede. Ein wacher Blick, die Frage nach dem eigenen Beitrag zur Veränderung von Ungerechtigkeit sowie auch das solidarische Tun seien in dieser Situation erforderlich. Die lebendige Beziehung zu Gott helfe dabei, sich ständig daran zu erinnern.
Besonderes Augenmerk lenkte Sr. Bramberger auf die Ausbeutung von Frauen weltweit. Hier wollten die Salvatorianerinnen "die Not aufzeigen und ganz konkret helfen".
Vor Ausgrenzung der Frauen durch Ämterverteilung der Männer unter sich warnte indes die Wiener Professorin für Praktische Theologie und evangelische Pfarrerin Susanne Heine. Missionarische Aufbrüche bräuchten immer "unterschiedslos alle", und schon in der Bibel hätten Frauen von Anfang an "sowohl Gemeinden geleitet als auch Witwenkleider geschneidert". Als Ziel von Mission definierte Heine "ein glaubendes Leben, ein Sprechen einzeln und in Gruppen über den Glaube, ganz konkrete Taten der Diakonie als Lebenshilfe und ein einladendes Gemeinschaftsleben". Mit kirchlicher Selbstverteidigung habe Mission hingegen nichts zu tun.
In Österreich leben und wirken 85 Salvatorianerinnen und drei Novizinnen in Gemeinschaften in Graz, Kalwang, Linz, Mariazell, Mistelbach, Pitten/Schwarzau und Wien, zudem werden ab 1. Jänner 2014 auch die Schwestern aus Ungarn zur österreichischen Provinz gehören. Beteiligt sind die Salvatorianerinnen u.a. im Verein "Solwodi" ("Solidarity with women in distress - Solidarität mit Frauen in Not"). In Wien führen sie das Projekt "ImpulsLEBEN", ein geistliches Zentrum für junge Erwachsene.