Dienstag 21. April 2026

Schnellsuche auf der Website

01.10.2013

Verdi-Requiem im Stephansdom

Zum 200. Geburtstag von Giuseppe Verdi.

Der Wiener Domchor und das Wiener Domorchester werden gemeinsam mit Solisten das Werk zur Aufführung bringen. Giuseppe Verdi gilt bis heute (und galt bereits zu seinen Lebzeiten) als der italienische Opernkomponist schlechthin. Er war aber nicht nur über Jahrzehnte die einflussreichste Persönlichkeit im italienischen Musikleben. Gleichzeitig nahm er auch auf die politischen Geschehnisse seiner Zeit Einfluss und galt als wichtigste musikalische Identifikationsfigur des "Risorgimento", der italienischen Unabhängigkeitsbewegung des 19. Jahrhunderts. Einer seiner bedeutendsten Mitstreiter auf diesem Gebiet war der 28 Jahre ältere Schriftsteller Alessandro Manzoni.

 

Requiem zu Ehren des verstorbenen Freundes

Als Manzoni 1873 starb, nahm Verdi das zum Anlass, dem verehrten Freund ein Requiem zu widmen. Verdi hatte zur Kirche ein eher distanziertes Verhältnis. Ein Grund dafür mag sein, dass ihn der frühe Tod seiner ersten Frau sowie der beiden Kinder verbittert zurückgelassen hatte; Trost im Glauben zu finden, war für ihn danach schwierig geworden.

 

Zwischen dem Flehen um Totenruhe und ohnmächtiger Todesfurcht spannte Verdi das Ausdrucksspektrum seines Requiems auf; die Gesangsolisten setzte er ein, um das dramatische Geschehen zu bündeln und die Bitten und Empfindungen, von denen der Text spricht, zu intensivieren. So steht die nicht unproblematische Textmischung des lateinischen Requiems in Verdis Sicht von Anfang bis Ende unter Hochspannung.